Eilenburg – Sehenswürdigkeiten in der Stadt der Heinzelmännchen

Eilenburg Sehenswürdigkeiten: Kursächsische Postmeilensäule mit Blick auf den Burgberg

Nördlich von Leipzig, am Rand der Dübener Heide, befindet sich Eilenburg.

Die Muldestadt mit grünem Herzen ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber, Wanderer, Radfahrer und Wassersportler. So führen zahlreiche nationale und internationale Rad- und Wanderwege durch Eilenburg. Die Mulde, die in dieser Region noch völlig naturbelassen ist, bietet wassersportliche Aktivitäten.

Überregional bekannt ist Eilenburg zudem als Stadt der Sagen. Weit verbreitet ist die Sage der Heinzelmännchen. Der Überlieferung nach geistern sie schon viele hundert Jahre durch die Stadt. Ursprungsort der Sage ist die Ilburg, auf der die Heinzelmännchen eine Hochzeit veranstalteten. Dabei wurden sie beobachtet und so verfluchten sie die dort lebenden Grafen. Heute sind die Spuren der Heinzelmännchen überall in der Stadt zu finden, so etwa im Stadtpark oder in den Eilenburger Bergkellern.

In diesem Beitrag möchten wir dir Eilenburg mit seinen schönsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen vorstellen.

Marktplatz mit Rathaus und Kirche

Starten kannst du deine Erkundungstour am Marktplatz.

Hier befindet sich das Rathaus, das nach der verehrenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg im Renaissancestil neu aufgebaut werden musste. Direkt davor steht der Marktbrunnen, der die Sage von den Eilenburger Heinzelmännchen erzählt.

Daneben findest du hier mehrere Geschäfte des täglichen Bedarfs und die Stadtkirche St. Nicolai, in der Gottesdienste, Kindergottesdiente und kirchliche Regionalfeiern stattfinden. Zudem veranstaltet der Förderverein Führungen, Ausstellungen und Vorträge.

Stadtkirche St. Nicolai
Stadtkirche St. Nicolai, links im Bild: Rathaus

Bereits 970 entstand an dieser Stelle die erste Kapelle. Sie wurde um 1150 bedeutend vergrößert. In ihrer heutigen Form existiert die Kirche seit 1444.

Informationen zu den Öffnungszeiten konnten wir leider nicht finden.

Eilenburger Burgberg

Der Eilenburger Burgberg gilt als Wiege Sachsens. Im Jahr 1089 schlug hier die Geburtsstunde des wettinischen Territorialstaates, aus dem später der heutige Freistaat hervorging.

Blick auf Eilenburg vom Burgberg aus
Blick auf Eilenburg vom Burgberg aus

Erkunden kannst du das Gelände auf einem Rundweg, der dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigt.

Bereits im 9. Jahrhundert wurde auf dem Berg eine Höhenburg errichtet. Nach der Eingliederung in das Ostfrankenreich wurde die Burg Mitte des 10. Jahrhundert Zentrum der Grundherrschaft Ilburg. In den folgenden Jahren wurde sie mehrfach umgestaltet und schließlich im Dreißigjährigen Krieg beschädigt. Danach wurde sie dem Verfall überlassen. Im 20. Jahrhundert mussten Teile der Burg abgerissen werden, sodass von der ehemaligen Anlage heute kaum mehr was übrig ist.

Erhalten geblieben sind:

  • Der 16 Meter hohe Sorbenturm, der vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden ist. Mit seiner reichen Ausstattung gilt er als Unikat in Sachsen. Von Mai bis September kann der Turm mit seiner Aussichtsplattform bestiegen werden (sonntags 14-17 Uhr).
Sorbenturm in Eilenburg
  • Der Mauerturm, der im lokalen Sprachgebrauch als „Kleiner Bergfried“ bezeichnet wird. Er stammt vermutlich ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und ist nach seinem Ausbau im 16. Jahrhundert heute etwa 30 Meter hoch.
Mauerturm in Eilenburg
  • Das alte Gefängnis, in dem die Pension Heinzelberge (in Anlehnung an die Heinzelmännchensage) zu finden ist.
  • Das Amtshaus, das um 1700 zeitgleich mit dem Gefängnis entstand. Heute ist das Gebäude unbenutzt.
  • Die alte aus Backstein errichtete Ringmauer, mehrere Gräben und das Torhaus.
Torhaus in Eilenburg

Ebenfalls auf dem Burgberg zu finden ist die Kirche St. Marien.

Blick auf die Marienkirche durch das Tor

Bereits 940 entstand an dieser Stelle eine Marienkapelle, die nur ein paar Jahre später zur Bergkirche (999) ausgebaut wurde. 1140 ersetzte man die aus Holz gebaute Kirche durch einen Steinbau. Im 16. Jahrhundert erfolgte der Umbau im spätgotischen Stil. Nur kurze Zeit später predigte Martin Luther mehrfach in der Marienkirche.

St Marien Kirche Eilenburg

Tipp: Überquerst du den Mühlgraben, findest du beim Kreisverkehr (Leipziger Straße – Nordring – Am Anger) eine Kursächsische Postmeilensäule von 1724. Zudem hast du hier einen schönen Blick auf die Burg von unten (siehe Beitragsbild).

Ausflugsziele in Eilenburg

Stadtmuseum

Das Stadtmuseum befindet sich im Gebäude des traditionsreichen Gasthofs „Zum Roten Hirsch“ und präsentiert die über 1000-jährige Geschichte der Stadt.

Daneben befindet sich im Dachgeschoss eine Spielzeugsammlung mit historischen Puppen in ihren Puppenstuben, Eisenbahnen, Blechspielzeug und mehr. Sie stammen von der Schweizerin Ursula Andres-Frey.

Auch das originale Klassenzimmer aus den 1920-er Jahren ist überaus sehenswert.

Im Museum werden außerdem wechselnde Sonderausstellungen gezeigt.

Eintritt: Erwachsene 4 €, Kinder 6-18 Jahre 2 €

Tipp: Über das Museum kannst du dir eine Führung durch die labyrinthischen Bergkeller von Eilenburg buchen. Hier findest du die Termine.

Skisprungschanze Eilenburg

Ein durchaus interessantes und ungewöhnliches Ausflugsziel im Flachland ist die Skisprungschanze, die 1999 gebaut wurde und Sprünge um die 30 Meter möglich macht. Sie wird noch heute aktiv genutzt.

Skisprungschanze in Eilenburg

Tierpark Eilenburg

Der Tierpark in Eilenburg ist ein schönes Ausflugsziel, vor allem wenn man Kinder unterwegs ist. Hier leben 300 Tiere von 50 Arten – darunter Affen, Wasservögel, Damwild, Kängurus, Streifenhörnchen, Luchse, Pferde, Ziegen und Schweine.

Ein Highlight ist das 2019 neu eröffnete Tropicana. Im Tropenhaus können sich die Exoten frei bewegen und für Kinder gibt es einen kleinen Erlebnispfad in 2 Metern Höhe. Quasi ein Gondwanaland aus dem Leipziger Zoo in einer Mini Version.

Für das leibliche Wohl sorgt eine Gastronomie. Reist du mit dem Auto an, findest du vor Ort kostenlose Parkplätze.

Eintritt: 4 € Erwachsene, 2 € ermäßigt, Kinder unter 3 Jahren sind frei

Planetenwanderweg

Nur einen Katzensprung vom Tierpark entfernt, findest du den Planetenwanderweg. Auf der rund 3 km langen Route bekommst du spannende Informationen rund um das All.

Die Wanderung startet an der Sternwarte und endet am Bobritzer Damm. Das rund 3 Meter hohe Muldestauwehr lädt zum Verweilen ein und ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Einheimischen und Besuchern.

Auf dem Weg findest du mehrere Schautafeln, die dir die verschiedenen Planeten unseres Sonnensystems vorstellen. Auf jeder dieser Tafeln ist zudem das Stadtmaskottchen Heinz Elmann zu finden.

Schautafel auf Planetenwanderweg in Eilenburg

„Juri Gagarin“ Sternwarte

Reicht dir der Planetenwanderweg nicht aus, kannst du der „Juri Gagarin“ Sternwarte einen Besuch abstatten. Das Planetarium wurde 1965 eröffnet und bietet 40 Plätze.

Sternwarte in Eilenburg

Neben verschiedenen Veranstaltungen finden zwischen Oktober bis März regelmäßige Beobachtungsabende statt. Darüber hinaus kann die Sternwarte auch privat gebucht werden.

Eintritt: Erwachsene 3 €, Kinder bis 17 Jahre 2 €

Kiesgrube Eilenburg

Nicht nur im Sommer ein schönes Ausflugsziel ist die Kiesgrube in Eilenburg. Sie entstand durch den Abbau von Kies und Sand und auch heute ist der Kiestagebau am Nordufer noch in Betrieb.

Daneben dient das Areal als Naherholungsgebiet. So finden sich hier ein Freibad mit FKK-Strand, einem überwachten Badebereich (bei aufgezogener Flagge) und einem separaten Bereich für Hunde, Volleyballplätze, ein Spielplatz und diverse gastronomische Einrichtungen. Auch Segeln und Surfen sind möglich. Wer möchte, kann in der Wasserskianlage sein Können unter Beweis stellen.

Kiesgrube in Eilenburg

Badegebühren: Erwachsene 3 €, Kinder 4-14 Jahre 2 €, Hund 5,50 €

Parken: 2 €

Falls du noch nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit suchst, findest du hier einen Campingplatz.

Praktische Tipps für deine Reise nach Eilenburg

Anreise nach Eilenburg

Für die Anreise mit dem Auto hast du folgende Möglichkeiten:

  • Aus Norden und Süden kommend nutzt du die A9 bis zum Schkeuditzer Kreuz und wechselst dann auf die A14 bis zur Ausfahrt Leipzig-Nordost. Von hier führt dich die B87 nach Eilenburg.
  • Aus Westen kommend kannst du die A38 bis zum Dreieck Parthenaue nutzen und von dort über die A14 und die B87 bis Eilenburg fahren.
  • Von Osten kannst du die A14 nehmen und dann über die B87 fahren. Falls du keine Lust auf Autobahn hast, nimmst du die B6 und wechselst zwischen Bennewitz und Machern auf die B107 (hier lohnt sich auf jeden Fall ein kurzer Stopp beim Schloss Püchau).

Parkplätze findest du hier.

Mietwagen gesucht?

Bist du auf der Suche nach einem günstigen Mietwagen, empfehlen wir dir den Vergleichsrechner von Check24*. Was du bei der Mietwagenbuchung beachten solltest, haben wir dir in diesem Beitrag erklärt:

Auch die Anreise mit der Bahn ist problemlos möglich. Hier nutzt du am besten die Verbindungen nach Leipzig und fährst von dort mit der S-Bahn weiter nach Eilenburg. Preisauskünfte und Fahrpläne findest du bei der Deutschen Bahn*.

Übernachtungsmöglichkeiten

Eilenburg selbst bietet nicht wahnsinnig viele Übernachtungsmöglichkeiten. Wirst du in der Stadt nicht fündig, gibt es auch in der Umgebung einige Unterkünfte.

  • Eiscafe-Pizzeria-Hotel Rialto* – direkt im Zentrum von Eilenburg, kleines Hotel mit einfachen Zimmern (eigenes Bad, TV, Schreibtisch), WLAN, kostenlose Parkplätze, Frühstück inklusive
  • Rittergut zu Groitzsch* – südlich von Eilenburg in der Nähe vom Bobritzer Damm, Apartment mit 2 Schlafzimmern, TV, Essbereich, gut ausgestattete Küche, Terrasse mit Gartenblick
  • Gästehaus Liemehna* (Preistipp) – südwestlich von Eilenburg, Pension mit einfachen Zimmern, WLAN, kostenfreie Privatparkplätze, Gemeinschaftsküche

Rad- und Wanderwege in Eilenburg

Wie eingangs erwähnt führen zahlreiche Rad- und Wanderwege durch Eilenburg.

Die bekanntesten Wanderwege sind sicher der Lutherweg und die Via Regia, die älteste und längste Landverbindung zwischen Ost- und Westeuropa.

Aber auch die Stadt selbst bietet schöne Wanderungen.

Neben dem Planetenwanderweg findest du hier einen historischen Stadtrundgang, der einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht. Insgesamt 11 Camera Historica zeigen, wie die jeweilige Stelle früher ausgesehen hat. Die Route wurde vom Geschichts- und Museumsverein ausgearbeitet und dauert etwa 2 Stunden. Eine wirklich tolle Idee, gerade weil vom ursprünglichen Eilenburg fast nichts mehr übrig ist. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zu 90 % zerstört.

Alle Stationen der Camera Historica findest du hier.

Möchtest du die Stadt mit dem Rad erkunden, bietet sich die Eilenburger Schleife an. Der Rundkurs startet am Mulderadweg (Route und Infos) und führt dich zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und historischen Stätten. Einen Flyer der Route gibt es hier zu sehen. Wer möchte, kann die Tour auch laufen.

Ausflugsziele ab Eilenburg

Nachdem du die Stadt ausführlich erkundet hast, wird es Zeit die Umgebung zu entdecken:

  • Möchtest du eine weitere Städtereise unternehmen, so sind Delitzsch, Torgau und Wurzen nicht weit. Und natürlich sollte man wenigstens einmal in Leipzig gewesen sein.

  • In der Hohburger Schweiz gibt es eine interessante Geo-Route mit Überbleibseln aus der Eiszeit.

  • Weitere Wandermöglichkeiten bietet der schöne Naturpark Dübener Heide. Hier kann man im Herbst auch prima Pilze suchen gehen.

Das waren die schönsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele in Eilenburg. Wie gefällt dir die Stadt?


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