Abzocke auf Bali – die 5 größten Touristenfallen

Abzocke auf Bali – die 5 größten Touristenfallen

Bali ist nach wie vor ein sehr beliebtes Reiseziel, nicht nur bei uns Deutschen. Auf der indonesischen Insel finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, eine atemberaubende, sehr vielfältige Landschaft und leckeres Essen. Kein Wunder also, dass Bali jährlich von unzähligen Touristen besucht wird.

Obwohl die Balinesen uns Touristen gegenüber meistens freundlich und zuvorkommen gestimmt sind, gibt es immer wieder Menschen, die keine guten Absichten haben und regelmäßig Touristen über den Tisch ziehen. Mit den Touris lässt sich eben am einfachsten viel Geld verdienen. Damit du deinen Aufenthalt auf Bali entspannt genießen kannst und nicht abgezockt wirst, stellen wir dir in diesem Artikel die 5 größten Touristenfallen auf Bali vor und zeigen dir, wie du dich vor ihnen schützen kannst.

Abzockfalle 1: Überteuerte Taxis

Auf Bali gibt es keinen gut ausgebauten, öffentlichen Nahverkehr. Dementsprechend ist man auf ein eigenes Fahrzeug oder ein Taxi angewiesen. Leider sind die Taxis auf Bali in den meisten Fällen maßlos überteuert.

Die Abzocke beginnt hier schon am Flughafen. Landet man nach einem langen, anstrengenden Flug total übermüdet am Flughafen und möchte nur noch in die Unterkunft und sich entspannen, führt der Weg erst einmal an Massen von Taxifahrern vorbei. Diese sind zum Teil sehr aufdringlich und fast schon aggressiv, wenn es darum geht dich zur Unterkunft fahren zu dürfen. Ein „Nein“ wird nicht immer akzeptiert und so laufen diese Leute einem mitunter ewig hinterher und lassen sich nur schwer abschütteln. Solche aufdringlichen Menschen haben wir während unsere gesamten Südostasien Reise vorher nie getroffen.

Während unseres Aufenthaltes auf Bali waren wir zweimal am Flughafen und jedes mal erleichtert, als wir den Flughafen und damit diese Menschen hinter uns lassen konnten.

Natürlich sind diese Taxis maßlos überteuert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Fahrer kein Taxameter benutzen. Hier zahlt man also locker das drei- oder vierfache des üblichen Preises.

So kannst du dich schützen: Ignoriere diese Menschen, verlasse den Flughafen und gehe ein paar hundert Meter weiter. Hier findest du Bluebird Taxis. Solltest du keines sehen, kannst du dir über die App „MyBlueBird“ eines rufen. Bluebird Taxis fahren immer mit Taxameter und sind sehr preiswert.

Aber nicht nur am Flughafen, auch in allen anderen Teilen der Insel hat man das Problem mit überteuerten Taxis. Die Fahrer schalten das Taxameter nicht ein, fahren mit Absicht Umwege, erfinden dubiose Extrakosten oder haben kein Wechselgeld dabei. Gerade das fehlende Wechselgeld ist ein großes Problem auf Bali. Die Automaten geben oft nur 100.000 IDR Scheine heraus und die Balinesen können (oder wollen) das nicht wechseln, weil sie (angeblich) nicht genug kleine Scheine haben. Dadurch haben wir oft mehr bezahlen müssen.

Leider gibt es in vielen Regionen auf Bali keine Alternative zu diesen Abzocktaxis. Während man im Süden noch ganz gut die Bluebird Taxis, Gojek oder Grab nutzen kann, wird das in Ubud und weiter im Norden schon unmöglich. Möchte man dort kein Taxi nehmen ist man auf private Fahrer angewiesen, aber auch die sind oft maßlos überteuert (zumindest die, die an der Straße stehen). Ein Beispiel: in Amed wollten wir von unserem Hotel zu einem Schnorchelspot fahren. Bei Gojekt, was es dort leider nicht gibt, hätten wir für eine Strecke von 7 km ca. 40.000 IDR für eine einfache Fahrt bezahlt. Die Fahrer dort wollten für die gleiche Strecke (einfache Fahrt) zwischen 120.000 IDR und 150.000 IDR haben. Leider sind sie in der Preisverhandlung auch nicht herunter gegangen, so dass wir letztendlich nicht gefahren sind. Hier kann man nur versuchen über das Internet (zum Beispiel in verschiedenen Facebook Gruppen) nach einem günstigeren Fahrer zu suchen.

So kannst du dich schützen: Nutze nur Taxis mit Taxameter. Wenn dir der Fahrer sagt, dass es kaputt ist, steige aus und suche dir ein anderes. Verfolge deine Fahrt über Google Maps (das geht auch offline) und habe immer eine paar kleine Geldscheine zum Bezahlen dabei.

Tipp: Manche Hotels bieten einen kostenpflichtigen Transfer an. Auch hier lohnt es sich die Preise zu vergleichen, da diese oft teurer sind. Bei unserem ersten Transfer vom Flughafen nach Canggu hätten wir das Doppelte bezahlen müssen. Reist du innerhalb der Insel in ein neues Hotel schaue nach, ob du einen Perama Bus nehmen kannst. Diese sind unschlagbar günstig, wenn auch oft nicht so komfortabel wie ein Taxi. Ansonsten besorge dir über das Internet einen privaten Fahrer. In vielen Facebook Gruppen findest du Empfehlungen anderer Reisender. Vielleicht kannst du dich auch mit anderen zusammentun, die zufällig in die gleiche Richtung fahren, um Kosten zu sparen.

Abzockfalle 2: Wechselstube

In vielen Bereichen auf Bali ist eine Barzahlung üblich (zum Beispiel beim Transfer, in Restaurants und auch in manchen Unterkünften). Früher oder später bist du also darauf angewiesen dir Bargeld zu besorgen. Möchtest du dies nicht am Automaten tun, bleibt nur der Gang in eine Wechselstube und genau hier lauert Abzockfalle Nummer 2.

Von außen betrachtet sehen die Wechselstuben meist gut und seriös aus. Sie haben einen ordentlichen Umrechnungskurs und sind dazu noch kommisionsfrei. Da fragt man sich doch, wie sie ihr Geld verdienen. Ganz einfach: indem sie Touristen abzocken.

Der Umrechnungskurs in Indonesien liegt bei ca. 1:15,600 (Stand: Dezember 2019). Der größte Geldschein hat einen Wert von 100.000 IDR – das sind umgerechnet nicht einmal 6,50 €. Möchte man eine größere Summe Geld tauschen, bekommt man dementsprechend viele, manchmal auch sehr viele Scheine und hat dann ein ordentliches Bündel in der Hand. Genau hier liegt das Problem: die Wechselstuben geben einem oftmals kleinere Scheine, damit man am Ende ein möglichst großes Bündel Geldscheine auf der Hand hat. Einige Touristen sind bei einer solchen Menge an Scheinen schlicht zu faul zum Nachzählen oder kommen durcheinander. Das machen sich die Betrüger zu Nutze.

Sie zählen einem das Geld natürlich vor. Bei der Übergabe verschwinden dann aber auf wundersame Art und Weise ein paar Scheine hinter dem Tresen. Das geht so schnell, dass es einem wohl niemals auffallen würde. Wenn die Leute jetzt nicht nochmal nachzählen, haben sie ordentlich Geld verloren. Fällt es einem doch auf, waren plötzlich irgendwelche ominösen Gebühren fällig.

Eine zweite Masche ist es, die Kunden nach der Übergabe nachzählen zu lassen. Danach nehmen die Angestellten die Scheine nochmals an sich, zählen sie wieder vor und lassen erst dann die Geldscheine verschwinden.

So kannst du dich schützen: Gehe nur zu seriösen Wechselstuben. Informiere dich vorher im Internet, welche Wechselstuben von anderen Reisenden empfohlen wurden und ganz wichtig: zähle das Geld nach und sobald du das Geld nachgezählt hast, darfst du es auf gar keinen Fall nochmals aus der Hand geben.

Indonesien-Währung-Indonesischer-Rupiah

Abzockfalle 3: Kreditkarten Scam

Abzockfalle Nummer 3 hat ebenfalls etwas mit Geld zu tun, genauer gesagt mit Kreditkarten.

Auf Bali gibt es ein großes Problem mit dem sogenannten Kreditkarten Scamming an Geldautomaten, sprich deine Karte wird von Betrügern kopiert und dein Konto anschließend (mehrfach) um verschieden hohe Beträge erleichtert.

Leider sieht man den Geldautomaten oft nicht auf den ersten Blick an, dass sie getürkt sind und so muss man beim Geldabheben jedes Mal vorsichtig sein. Schau dir immer den Kartenschlitz und das Nummernfach an. Diese werden besonders gerne manipuliert. Auch der Geldschlitz wird oft getürkt. Da man auf Bali an den Automaten oft nur 1,5 – 3 Mio IDR bekommt, ist man gezwungen öfters Geld zu holen. Dementsprechend höher ist auch das Risiko einen manipulierten Automaten zu erwischen.

Achtung: Niemals solltest du mehrmals kurz nacheinander Geld abheben, sonst kann es passieren, dass dir die Bank die Karte sperrt. Brauchst du eine größere Menge Geld, nutze 2 Kreditkarten (diese können wir empfehlen) und geh im Zweifelsfall mehrere Tage hintereinander.

Ganz oft wird das Geld übrigens nicht direkt während des Urlaubs abgebucht, sondern mitunter erst Monate später, also hab deine Kontobewegungen immer im Blick.

So kannst du dich schützen: Gehe zum Geldabheben nur in eine Bank und meide Automaten in Shoppingcentern oder Supermärkten. Überprüfe jeden Geldautomaten vor der Benutzung: Gibt es eine Überwachungskamera? Rüttel am Kartenschlitz und am Nummernfeld und vergewissere dich, dass der Geldschlitz nicht manipuliert wurde. Wenn möglich, nutze zum Geldabheben eine Prepaid Kreditkarte. Wird diese kopiert, ist der Schaden nicht ganz so hoch. Zwar bekommt man das Geld meistens wieder, aber das dauert immer eine Weile und bis dahin ist es weg.

Abzockfalle 4: Korrupte Polizisten

Leider ist man in ärmeren Ländern nie wirklich vor Korruption sicher und so trifft man auch auf Bali den ein oder anderen korrupten Polizisten. Am stärksten betroffen sind hier die Rollerfahrer, denn diese werden oft aus nichtigen Gründen angehalten und kontrolliert. Von der Strafe, die sie zahlen müssen, stecken sich die Polizisten einen großen Teil in die eigene Tasche. Möchte ein Tourist nicht zahlen, wird versucht ihn einzuschüchtern und mit Gerichtsprozessen gedroht.

Besonders beliebt beim Abkassieren ist das Fehlen des Helms, des internationalen Führerschein oder der Zulassungspapiere.

Übrigens: Hast du beim Fahren keinen Helm auf und triffst auf einen Polizisten, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du angehalten wirst, also fahre niemals ohne Helm!

Im Internet lasen wir aber auch von Fällen, bei denen die Polizei aus irgendwelchen Gründen, die sie selbst nicht so richtig erklären konnten (die Englischkenntnisse sind oft miserabel) Geld abkassieren wollten. Hier bringt auch das Diskutieren meist nicht viel, da man sich gegenseitig nicht versteht.

So kannst du dich schützen: Gib den Polizisten keinen Grund dich anzuhalten, also fahre niemals ohne Helm und halte dich an die Verkehrsregeln. Solltest du doch angehalten werden, bleibe freundlich und halte einen 50.000 IDR oder 100.000 IDR Schein bereit. Meistens geben sie sich damit zufrieden. Steck das Geld am besten in ein 2. Portmonnaie. Dann kannst du den Polizisten auch gleich zeigen, dass du nicht mehr Geld dabei hast. Pack auf gar keinen Fall dein richtiges Portmonnaie aus und zeige ihnen den Bündel Geldscheine, der darin steckt. Sonst darfst du mit ziemlicher Sicherheit einiges mehr bezahlen.

Abzockfalle 5: Tempelbesuch

Ein Tempelbesuch gehört auf Bali einfach dazu, immerhin gibt es auf der Insel über 30.000 von ihnen. Doch auch hier ist man vor Abzocke nicht sicher.

An einigen Tempeln stehen Menschen in Höhe des Eingangs, welche vorgeben ein Guide zu sein und dir weismachen wollen, dass du einen Guide benötigst, um den Tempel betreten zu dürfen. Hier handelt es sich um reine Abzocke, denn die Guides sind nicht nur absolut unnötig, sondern auch maßlos überteuert. Nicht selten verlangen sie am Ende der „Führung“ ein saftiges Trinkgeld von 200.000 IDR pro Person und mehr. Wir haben uns auf Bali mehrere Tempel angeschaut und nicht einen gesehen, bei dem ein Guide Pflicht war, also lasst euch nicht veräppeln.

Natürlich ist es nicht schlecht sich einen Tempel mit einem Guide anzuschauen. Immerhin erfährt man so viel von der Geschichte und Bedeutung des Tempels. Um nicht in die Kostenfalle zu tappen, sollte man sich den Guide aber vorher schon zu einem festgelegten Preis engagieren.

Aber nicht nur Fake Guides zocken ab. Oft trifft man auch auf andere Menschen, die dir etwas aufschwatzen wollen, das du angeblich brauchst um den Tempel betreten zu dürfen, zum Beispiel Opfergaben oder Sarongs. Auch das ist natürlich völliger Schwachsinn. Es stimmt zwar, dass du einen Sarong brauchst, um den Tempel betreten zu dürfen, dessen Ausleihe ist jedoch in der Regel im Ticketpreis inbegriffen. Bist du öfters in Asien und dort in Tempeln unterwegs, kannst du dir auch einen eigenen Sarong kaufen. Diesen besorgst du dir am besten auf einem lokalen Markt. Direkt am Tempel sind sie oft doppelt so teuer.

So kannst du dich schützen: Einfach ignorieren und weitergehen.

Tempel-Goa-Gajah

Das waren die 5 größten Touristenfallen auf Bali. Bitte versteh diese Liste nicht als abschließend. Es kann auch zu anderen Betrügereien kommen, weswegen du immer wachsam sein und mit offenen Augen durch die Gegend gehen solltest. Uns wurde der Tipp gegeben immer aufzupassen, sobald ein Einheimischer auf einen zugeht und irgendetwas von einem will. Die Asiaten sind ein eher schüchternes und zurückhaltendes Volk, weswegen oft etwas „im Busch“ ist, wenn sie einen ansprechen.

Trotz dieser Abzockfallen ist Bali ein wunderschönes Reiseziel, dessen Besuch wir auf jeden Fall empfehlen können. Warst du schon einmal auf Bali?



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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Katharina

    Hey, super Artikel, danke!
    Allerdings nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand. In Besakih gibt es mittlerweile ein neues Ticketmodell. Man zahlt (Stand Dezember 2019) 60k pP und enthalten ist das Eintrittsticket, Sarong und Tempelschal zum ausleihen, eine Fahrt mit einem Motorradtaxi zum Tempeleingang und ein Guide! Es ist alles sehr professionell organisiert und man zahlt nichts mehr extra. Natürlich kann man dem Guide (es werden nur Guides aus dem dazugehörigen Dorf zugelassen) hinterher trotzdem noch ein kleines Trinkgeld geben!

    1. Maria

      Hey Katharina,
      es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt!
      Vielen Dank auch für deine Anmerkung. Ich habe den entsprechenden Passus angepasst :) Leider liest man in den neuesten Google Bewertungen aber immer noch von Abzocke an diesem Tempel. Zwar ist der Guide jetzt, wie du schon sagtest, im Eintrittspreis dabei, ein (saftiges) Trinkgeld fordern aber wohl viele am Ende des Besuches trotzdem noch.
      Liebe Grüße

  2. Ruth

    Wir hatten zum Glück indonesische Freunde, die die Fahrer kennen und mit ihnen die Preise ausgemacht haben und auf den längeren Touren auch begleitet haben. Meine Tochter spricht auch recht gut Bahasa, so daß uns Fallen schnell aufgefallen wären. So haben wir weit überwiegend liebenswürdige, hilfsbereite Leute in Indonesien erlebt. Einmal sind wir auf dem Boot bestohlen worden, aber wir haben nachher wenigstens durch aufmerksame Beobachter und Zeugen meinen Paß zurückbekommen, den die Diebe im Hafen einfach ins Wasser geworfen hatten, sonst hätte ich bei der Ausreise enorme Probleme bekommen. Eun wichtiger Tip: trennt Euch keinen Moment von Eurem Gepäck und laßt nichts drin, was Probleme bringen könnte, wenn es weg ist.

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