Weltreise finanzieren – unsere besten Tipps

Es ist wohl die meist gestellte Frage überhaupt: Wie konntet ihr euch eure Weltreise finanzieren? So eine Reise ist schließlich irre teuer! Und fast im gleichen Atemzug kommt eine weitere Frage: Habt ihr im Lotto gewonnen?

Nein, haben wir nicht, aber das wäre echt cool gewesen! Wie so viele andere auch, haben wir uns die Weltreise durch eisernes Sparen und dem Verkauf unseres gesamten Besitzes finanziert. Welche Möglichkeiten es sonst noch zur Finanzierung einer Weltreise gibt, möchten wir dir in diesem Beitrag zeigen.

Bevor es aber an die Finanzierung der Weltreise geht, solltest du erst einmal wissen, wie viel Budget du in etwa für die Reise benötigst.

Ein paar Fragen, die bei der Kostenkalkulation helfen können:

  • Wie möchtest du reisen? Als Backpacker, Flashpacker oder doch lieber Luxusreisender?
  • Wie lange soll die Weltreise dauern?
  • Wie viele Länder möchtest du bereisen und welche Länder werden es sein? Während es in Südostasien vergleichsweise günstig ist, sind Australien, Neuseeland oder die USA wahre Budgetkiller.
  • Mit welcher Ausrüstung wirst du reisen?
  • Wann geht es los?

Hast du schließlich ein grobes Budget vor Augen, kann es an die Finanzierung gehen.

Vor der Weltreise

Lebenserhaltungskosten reduzieren

Im ersten Schritt sollten die Lebenserhaltungskosten reduziert werden, denn hier ist mit das größte Sparpotenzial vorhanden. Wie viel Geld du wo sparen kannst, erfährst du am besten, wenn du für eine gewisse Zeit ein Haushaltsbuch* führst und dort alle Einnahmen und Ausgaben einträgst. Es ist oftmals sehr überraschend, wie viel Geld unnötig ausgegeben wird. Ein Kaffee hier, ein Brötchen dort und das 10. Paar Schuhe musste auch mit, obwohl die anderen 9 noch gut in Schuss sind. Solche Sachen summieren sich im Laufe eines Monats zu einem ordentlichen Betrag.

Im Folgenden gehen wir auf die Bereiche ein, in denen man erfahrungsgemäß am besten sparen kann:

  • Wohnung: Für die Wohnung geben wir wohl momentan das meiste Geld aus. Liegt deine Reise in weiter Ferne (ab ca. 1 Jahr aufwärts), kann es sich unter Umständen für dich lohnen, in eine kleinere Wohnung, eine WG, zu deinem Partner oder zurück zu deinen Eltern zu ziehen und so einen Teil der Miete zu sparen.
  • Essen: Auch hier findet sich ein großes Einsparpotenzial. Auf Essen to go oder auch Lieferdienste solltest du weitgehend verzichten. Auch Markenprodukte solltest du durch die No Name Eigenmarken ersetzen. Oft schmeckt man den Unterschied gar nicht.
  • Transport: Sofern die Möglichkeit besteht, empfehlen wir auf Fahrrad fahren oder Laufen umzusteigen. Das ist nicht nur gesünder, sondern auch viel günstiger als das Auto oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Apropos Auto – solltest du nicht unbedingt auf ein Auto angewiesen sein, rechne doch mal aus, ob du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln günstiger an dein Ziel kommst.
  • Unternehmungen: Die kostenpflichtigen Unternehmen solltest du etwas herunter fahren. Ganz aufgeben musst du sie natürlich nicht, aber es ist sicher nicht notwendig zum Beispiel jede Woche ins Kino oder in die Disko zu gehen. Wie wäre es denn stattdessen mit einem Abend mit Freunden zu Hause? Gemeinsam kochen, Filme schauen oder Spieleabende machen auch viel Spaß.
  • Versicherungen: Überprüfe, ob du wirklich alle Versicherungen, die du gerade hast, brauchst. Oft lassen wir uns dazu hinreißen viele Versicherung abzuschließen, weil uns die Menschen erzählen, dass wir sie unbedingt brauchen, aber das tun wir nicht. Prüfe für notwendige Versicherungen, ob sich ein Versicherungswechsel lohnt.
  • Shoppen: Gerade vor einer Weltreise solltest du dich mit dem Shoppen zurückhalten und nichts mehr kaufen, was du nicht in diesem Moment wirklich brauchst oder auf deiner Reise mitnehmen möchtest. Am besten funktioniert das, wenn du dir vor jedem Shopping Trip (egal ob Nahrung, Kleidung oder anderes) einen Einkaufszettel schreibst und dich strikt daran hältst.
  • Mitgliedschaften und Abos: Überprüfe alle Mitgliedschaften (zum Beispiel in Fitnessstudios, Vereinen und dergleichen) auf ihre Notwendigkeit und schaue, ob du noch irgendwelche Abos hast, die du kündigen kannst.

Es ist sicher nicht schön, auf so viele Dinge zu verzichten, aber wenn man weiß, für was man es macht, fällt es einem leichter. Was sind schon ein paar Wochen/ Monate Verzicht wenn am Ende eine Weltreise auf einen wartet?!

Haushalt ausmisten/ aufgeben

Es ist teilweise wirklich schockierend, wie viele Dinge sich im Laufe der Zeit bei einem ansammeln. Zum Glück kann sich mit diesen Sachen noch ordentlich Geld machen lassen. Deswegen lautet die Devise: Verkaufe so viel du kannst!

Wir haben unsere Wohnung komplett aufgegeben und fast alles verkauft, was wir besaßen. Das hat nicht nur ein ordentliches Sümmchen gebracht, mit jedem weiteren Teil, das wir verkauften, fühlten wir uns freier. Wir haben festgestellt, dass wir gute 90 % der Dinge aus unserem Haushalt nicht brauchten und daher auch nicht vermissen.

Wo können die Sachen verkauft werden?

Online

  • eBay Kleinanzeigen: Den Großteil unseres Haushaltes haben wir bei eBay Kleinanzeigen verkauft. Der große Vorteil hier ist, dass keine Gebühren, wie etwa bei eBay, fällig werden und man trotzdem einen relativ großen Käuferkreis hat. Dafür kann man nur 50 Anzeigen pro Monat pro Account kostenfrei einstellen. Außerdem braucht man sehr viel Zeit, Geduld und Nerven, denn die Leute dort sind teilweise sehr unverschämt und unzuverlässig. Dreiste Preisvorschläge und das Nichterscheinen zu vereinbarten Treffen (oftmals ohne abzusagen) sind hier leider an der Tagesordnung. Trotz allem würden wir immer wieder hier mit dem Verkauf unserer Sachen beginnen. Besonders in der Stadt ist es recht einfach mit der Abholung, aber viele Dinge können ja auch verschickt werden. Falls ihr teure Sachen verschicken möchtet, empfehlen wir euch einen Versand per Nachname. Zwar sind hier ein paar extra Gebühren fällig, aber diese Methode ist für beide Seiten sicher. PayPal mit Käuferschutz empfehlen wir für einen Verkauf nur bedingt, da wir schon öfters gehört haben, dass der Käufer den Betrag einfach zurück gebucht hat und letztendlich Geld und Ware weg waren. Zwar kann man sich das Geld über den Rechtsweg wiederholen, aber damit möchte man sich vor einer Weltreise nicht mehr herumschlagen. Deshalb lieber per Nachname verschicken. Für einen Kauf ist Paypal mit Käuferschutz aber auf jeden Fall empfehlenswert.
  • eBay: Bei eBay hat man einen sehr großen Käuferkreis. Allerdings werden bei einem Verkauf 10 % des Verkaufspreises an Gebühren fällig und das ist nicht gerade wenig. Deshalb empfehlen wir eBay nur für die Sachen zu nutzen, die man nicht anderweitig verkaufen konnte.
  • Facebook Flohmarkt Gruppen: Auf Facebook gibt es zahlreiche Flohmarkt Gruppen für bestimmte Regionen, aber auch allgemeine Gruppen. Hier kannst du deine Sachen kostenlos einstellen und verkaufen.
  • Rebuy & Momox: Für Bücher, DVD’s und CD’s empfehlen wir Rebuy* oder Momox*. Zwar gibt es meist nicht allzu viel Geld für die einzelnen Produkte, aber bei einer größeren Masse kann letztlich doch ein schönes Sümmchen zusammen kommen. Und man spart sich die lästigen Einzelverkäufe. Auf Rebuy kannst du zudem deine Technik verkaufen, auf Momox sogar gebrauchte Kleidung.
  • Kleiderkreisel: Hier kannst du deine getragene Kleidung kostenlos verkaufen. Solltest du Kinder haben, kannst du deren Sachen auf Mamikreisel verkaufen.

Offline

  • Flohmarkt: Entweder gehst du zu einem Flohmarkt in deiner Nähe oder veranstaltest selbst einen Flohmarkt bei dir zu Hause.
  • an Freunde/ Familienangehörige verkaufen
  • An- und Verkauf
  • Aushänge im Supermarkt

Es ist sehr wichtig, so früh wie möglich mit dem Verkauf seines Hausrats anzufangen, denn dies kann mitunter sehr sehr lange dauern. Wir haben 5 Monate vor unserer Reise angefangen, aber das war zeitlich schon sehr knapp bemessen und teilweise echt stressig.

Leihen statt kaufen

So eine Reise liegt schon mal mehrere Monate oder sogar Jahre in der Zukunft. Blöd nur, wenn kurz nach dem Entschluss die Bohrmaschine kaputt geht, das Schlauchboot den Geist aufgibt oder der Akkuschrauber seinen Dienst verweigert. Oft neigen wir dazu, solche Sachen einfach neu zu kaufen. Es ist schließlich bequem, alles zu Hause zu haben und für jeden Notfall gewappnet zu sein, aber in diesem Fall würde es viel mehr Sinn machen, sich diese Dinge bei Freunden, Familienangehörigen oder Bekannten zu leihen. Also merke: alles was du nur selten benötigst, leihst du dir, sofern möglich, bei irgendjemandem.

Im Übrigen macht es nicht nur vor einer Weltreise Sinn sich Sachen zu leihen, statt sie zu kaufen. Das kann man auch prima machen, wenn man gerade nicht vorhat zu reisen. Spart nicht nur Geld, sondern auch Platz!

Extra Konto einrichten

„Aus dem Augen, aus dem Sinn“ lautet hier das Motto. Richte dir ein extra Konto ein, auf das du nicht nur das Geld, was du beim Verkauf deiner Sachen bekommst, einzahlst, sondern dir auch am Monatsanfang einen bestimmten Betrag hin überweist.

Wir haben dir am Anfang des Beitrages den Tipp gegeben ein Haushaltsbuch* zu führen. Dies ist hier sehr von Vorteil, denn wenn du deine genauen Ausgaben kennst, kannst du den übrigen Teil deines Geldes (abzüglich einer kleinen Reserve) direkt auf das extra Konto überweisen. Als extra Konto können wir dir die kostenlosen Konten der DKB* und comdirect empfehlen. Diese nutzen wir auch selbst.

Ein Tipp, den wir stets befolgt haben: Mach dich ärmer als du bist. Wenn du nur wenig Geld auf dem Konto hast und selbstverständlich auch nicht an deine Reserven gehst, gibst du automatisch weniger Geld aus und lernst sparsam damit zu haushalten. Wenn du zudem nur noch bar zahlst und deine EC Karte zu Hause lässt kannst du weiteres Geld sparen. Mit einer Kartenzahlung lassen wir uns nämlich eher dazu hinreißen unnötig Geld auszugeben. Man merkt schließlich erst dass das Geld weg ist, wenn man später auf’s Konto schaut.

Geschenke

Wir kennen es alle: die Geschenke der lieben Verwandtschaft passen so gar nicht zu unseren Vorstellungen und eigentlich brauchen wir das ganze Zeug auch nicht.

Weihe deine Familie und deine Freunde also frühzeitig in deine Pläne ein und lasse dir zu Weihnachten und zu Geburtstagen Geld oder Ausrüstung schenken.

Steuererklärung machen

Mache auf jeden Fall deine Steuererklärung. Dies geht auch für einige Jahre rückwirkend.

Statistisch gesehen bekommt jeder Bürger um die 900 € pro Steuererklärung zurück. Das mag zwar nicht auf alle zutreffen, aber jeder zusätzliche Euro hilft dabei die Weltreise zu finanzieren.

Von Lasten befreien

Zugegeben, dieser Tipp ist nicht ganz einfach umzusetzen, aber jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um dich von alten Lasten (Rauchen, Süßigkeiten etc.) zu befreien. Deine Gesundheit wird es dir danken und dein Geldbeutel auch.

Nebenjob annehmen

Diesen Tipp führen wir als letztes auf, weil dies auch die letzte Möglichkeit ist, die wir empfehlen würden.

Wir lesen oft von Menschen, die teilweise sogar mehrere Nebenjobs angenommen haben, um sich ihre Weltreise finanzieren zu können. Manchmal geht es auch nicht anders, aber hier lauert die große Gefahr, dass man sich kaputt arbeitet und seine Reise schlimmstenfalls mit einem Burnout beginnt. Deshalb versuche erst einmal alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen und wenn das Geld dann trotzdem nicht reicht, kannst du dir immer noch einen Nebenjob suchen.

Weltreise finanzieren

Während der Weltreise

Man kann seine Weltreise auch während des Reisens finanzieren. Dies ist besonders für diejenigen interessant, die mit wenig Budget losreisen oder eine Open End Weltreise planen.

Work & Travel

Zunächst ist hier das klassische Work & Travel zu nennen. Australien oder Kanada sind typische Work & Travel Länder. Hier muss du aber die Altersgrenzen beachten. Während du Work & Travel in Kanada bis zum 35. Lebensjahr machen kannst, liegt die Grenze in Australien schon bei 30 Jahren. Besonders in Australien soll man aber sehr viel verdienen, so dass nach ein paar Monaten arbeiten, ein paar Monate reisen möglich sind.

Online Arbeiten

In den Weiten des Internets ist es heute relativ problemlos möglich im Internet Geld zu verdienen. Dabei unterscheidet man zwischen aktivem und passivem Einkommen.

Aktives Einkommen

Hier musst du, wie es der Name schon vermuten lässt, aktiv etwas für dein Geld tun – du tauschst also Zeit gegen Geld.

Möglichkeiten hier wären das klassische Freelancing oder die Arbeit als Virtueller Assistent. Für die ersten paar Monate ist dies eine gute Möglichkeit, mit der du deine Weltreise finanzieren kannst.

Passives Einkommen

Langfristig gesehen ist passives Einkommen aber viel erstrebenswerter.

Du erstellt einmal ein Produkt, eine Website (wie beispielsweise unser Reiseblog) oder ähnliches und kannst damit jederzeit Geld verdienen – ob morgens beim Frühstück, beim Schwimmen oder im Schlaf. Gut, so einfach ist es nicht. Du musst zuerst viel Zeit investieren, weißt vorher nicht, ob das, was du tust jemals erfolgreich sein wird und 100 % passiv ist es auch nicht, denn auch eine Website möchte regelmäßig gepflegt und ein Produkt aktualisiert werden. Nicht mehr aktiv Zeit gegen Geld tauschen zu müssen ist aber auf jeden Fall das Beste, was einem passieren kann. Mehr zu diesem Thema gibt es bald auf unserem 2. Blog zu lesen, der sich aktuell im Aufbau befindet.

Wir hoffen, der ein oder andere Tipp wird dir bei der Finanzierung deiner Weltreise helfen. Hast du noch Fragen oder vielleicht sogar einen weiteren Tipp für uns? Dann schreib uns doch gerne einen Kommentar.

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